Mein Traum, dein Traum 

In Traumwelten gehe ich spazieren
und denke mir
Es seien Ideen

Ich kann sie nicht greifen
mit keinem Wort
Ausgedörrtheit alter Flüsse
und nur Tränen in den Augen vom vielen Blinzeln
Sehen kann ich sie nicht
Verloren die alten Sinne
für älteste Kreationen
Drum selbst wenn ich dir meine Augen liehe
bliebest du blind
Und einander die Hirnfasern zerfasern
wage ich nicht
Weshalb ich stumm bleibe
in der Hoffnung
auch du wärest ein Träumer
und meine Fingerspitzen an deiner Brust
seien Worte genug

So liegen wir beieinander
Schläfrig
schwer
still
in wattewolkenweicher Sicherheit
und der Herzschlag bloß unerhebbar abweichend vom möglichen Gleichklang mit den Strömen
unserer Gedanken so
bleiben die Augen geschlossen
und wir im Traum

Wehe nur
du kämest auf die Idee
meinen Traum zu träumen.
Ab dann müsste ich alleine gehen.

Grenzen

Es ist leichter über mich zu reden
als ich zu sein

Ich mache mir Sorgen, sage ich
und womöglich habe ich sogar Angst
die Logik der Worte geht mir leicht über die Lippen
und auch durch den engen Hals

Wir geben Dinge von uns preis
die uns nicht preisgeben

Es ist so viel leichter darüber zu reden
dass wir die Farben anders wahrnehmen
diese wundersame Subjektivität objektiver Dinge
als dich zu fragen
wie du das rote Blut meiner Adern siehst

Wir reden von gestern
und meinen das heute
damit zu beschreiben
als sei alles bloß eine Folge
vielleicht noch eine Summe
aber sicher kein Produkt
dessen Variablen unsicherer Potenzen
fern jeder Wahrscheinlichkeit liegen

Wie lernt man
zu akzeptieren
dass Grenzen gemeinsame Linien sind?