Schwarze Löcher

Abend
Das Spiegelbild
verschwommen
heiße Nebelschwaden
in der Luft
des Raumes
weiße Fliesen
weinen silbrige Tropfen
und ich
atme schwer
Erschöpft

Es ist heiß
Den Stöpsel gezogen
Wasser
verschwindet
Zurück bleibt
rosa weiß glitzernder Schaum

Nacht
Das Spiegelbild
verschwommen
leichter Wind
über dem Wasser
des Sees
dunkle Schatten
werfen silbrige Tropfen
und sie
atmet schwer
Erschöpft

Es ist Zeit
Stecker zu ziehen
Mutter
verschwindet
Zurück bleibt
ein längst vergessener Traum

Die Taube

Vor einiger Zeit beobachtete ich eine Taube. Das Erlebnis mag lange her sein, die Gedanken dazu sind (leider) aktuell wie eh und je.

Irgendwann geht eine Taube
In der Universität spazier’n
Denn dort kann, so scheint ihr Glaube,
Ihr ganz sicher nichts passier’n

Hat sich für den Gang am Mittag
Die Juristen ausgewählt
Weil man dort, wo man das Recht mag,
Keine weißen Tauben quält

Geht, den Kopf ganz stolz erhoben
und genießt die Marmorfliesen
Diesen Glanze kann man loben
Kein Vergleich mit nassen Wiesen!

Eingetreten schon vor Stunden
Was sie will weiß sie nicht mehr
Hat den Ausgang nicht gefunden
Geht noch heute hin und her

Rüstung

Diese Welt
ist nicht einfach
zu verstehen
Und sie wird immer schwerer

Wenn die Natur
sich bereit macht
anzugreifen
liegt doch wohl in der Natur des Menschen
Schutz zu suchen
ist doch nur natürlich

eine Rüstung zu suchen
um sich zu schützen
Denn jede Rüstung
besänftigt die Entrüstung
zumindest ein bisschen

Jede Rüstung nämlich
schützt vor Schlägen
zumindest etwas

Und jede Rüstung
bietet ein Versteck
zumindest ein kleines

Und hinter jeder Rüstung
kann man Kraft tanken
für den nächsten Schlag

Und jede Rüstung
verdeckt die Wunden
zumindest erstmal

Und ist sie nicht schön
diese Rüstung?
Wie sie glänzt im Licht
und scheint
das zu sein
was sie immer wieder verspricht.
Hinter die Rüstung
da schaut man nicht

Denn eine Rüstung
ist eine Rüstung
ist eine Rüstung
für den Krieg

Und all die Schläge
gegen all das Eisen
um es zu schmieden
solange es heiß ist
hallen wider und wider und wider

Wort trifft Wunden Punkt

Wort trifft Wunden
Punkt
Angst trifft Angst
Wut schlägt Verstand

Hand trifft Auge
Veilchen blüht

Fuß trifft Rippe
Luft entweicht

Mut trifft Verzweiflung
Keiner weicht

Messer trifft Herz
Wunde tötet

Fadenkreuz trifft Ziel
Erfolg blendet

Kugel trifft Fleisch
Blut strömt

Bombe trifft Haus
Asche Regen

Splitter trifft Kopf
Zufall löscht

Wort und Mensch und Waffe
treffen immer
auf Mensch
auf, Mensch!

Hand trifft Hand
und Wärme fließt
Gefühle regen
Herz schlägt
ruhig