Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem, was unseren Geist nachts beschäftigt. Das ist eines der Gedichte, das im Zuge dessen entstanden ist.

Traum

Senkt sich die Dunkelheit hernieder
erglüht mir das Licht.
Ob ich bereit bin
weiß ich
und fragt es sich nicht:
ich werde fallen.

Sanft und schaukelnd
wie ein Herbstesblatt
in mir landen
und matt dorthin gleiten
wo einst die Kirschbäume standen.

Liege reglos fliegend
auf seidenem Nass
zwischen Silberlicht und tiefstem Blau
verliere ich siegend
und weiß lang nicht mehr was.

Greife nach Luft
um nur in Gold zu schwimmen
Lungen voller Gefühl
Das Wasser brennt
Musik seh ich verglimmen

Dort, wo die sind, die lange
schon fern sind, und bleiben
wird Morgen überschätzt:
Er kann sich von Gestern
die Bilder ruhig borgen.
Ich bin doch nur jetzt.

Alles fließt
durch offene Hände
und bleibt.

Und ich frage mich: was
ist falsch und was ist wahr?
Von diesen Reisen weiß ich nur das:
Wahr ist nicht nur das, was wirklich war.

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