Laufen gewesen. Es war fast eine Flucht. Raus, bloß raus. Den Weg kannte ich. Habe mich trotzdem verlaufen. Die Abzweigung sah schöner aus. Vielleicht auch einfach nur anders, anders als das bekannte, gewohnte. Und dann wusste ich doch nicht weiter. Nicht so richtig. Die grobe Richtung, ja. Aber: links? Geradeaus? Egal. Weiter. Den Blick auf die Uhr hatte ich mir da schon verboten. Warum auch? Ich wusste, wo ich hinwollte. Und ich wusste, dass ich ankommen würde. Irgendwie. Irgendwann. Zu wissen, wie lange ich bereits unterwegs war? Was machte das schon? Eine Minute, zehn Minuten, dreißig Minuten. Ein Wimpernschlag in der Zeit. Was zählt, ist der Schritt. Einer. Und noch einer. Irgendwann läuft es sich wie von selbst. Das Ziel zwar nicht vor Augen, aber es schwingt mit. In jedem Schritt schwingt es mit, klingt es mit. Es ist heiß. Wie lange noch? Lange genug. Aber nicht zu lange. Irgendwann gibt es Wasser. Beschwingt der Schritt, beschwingt der Gedanke. Ich laufe.
Nicht auszumalen, wie es sein muss, nicht zu wissen, ob man jemals ankommt. Egal, ob die Kraft noch reichen würde, der Wille da ist, die Strecke klar- nicht zu wissen, ob das Ziel, das anvisierte, das Ende sein wird. Oder bloß der Anfang vom Ende. 

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